Vita, kurz & bündig

Die Frau hinter
den Büchern

„Wo ein Wille, da ein Weg!" — ihr Lebensmotto und ihre Bücherwürze.

Martina Frason wird im Februar 1965 geboren. Ihre Kindheit verbringt sie auf der kleinen Gemüsefarm ihrer Adoptiveltern in der Nähe von Köln. Durch den plötzlichen Tod ihres Adoptivvaters übernimmt sie gleich nach dem Abitur mit ihrer Jugendliebe den Hof. Jahre harter Arbeit vergehen – ein florierender Betrieb entsteht.

Daneben wächst in der Unternehmerin mehr und mehr das Verlangen nach einer gerechteren Welt. Ihre Erfahrungen mit der Natur und das Ringen mit der Bürokratie lassen sie über eine neue Welt nachdenken – und sie steuert in ihrer Fantasie eine NewWorld an: „Die Reise zum Glück der Welt".

Die Leidenschaft des Schreibens entdeckte die Landwirtin in einem Familienurlaub. Sie stellte sich ihrem Schicksal der 14 Jahre lang verheimlichten Adoption und brachte ihre Lebensachterbahn zu Papier: „Matschefüße Teil 1+2" – eine Art Lebensgebrauchsanweisung für uns alle.

Die ausführliche Geschichte
Am Marktstand in Köln
Martina Frason

Ich liebe die Vielfalt, ich liebe das Leben!

Es ist bunt wie unser Marktstand, frisch wie sein Gemüse!

Ahh, ihr wisst es vielleicht noch nicht: Seit 35 Jahren bin ich Marktfrau am Kölner Apostelnmarkt. Als Kind bekam ich vor fremden Menschen kein Wort über die Lippen, doch das änderte sich recht schnell, als mein geliebter Papa nach meinem Abi urplötzlich an Lungenkrebs verstarb und meine Ma über Nacht allein mit ihrem Salat dastand. Am Markt brachten die Kunden mir bei, den Mund aufzumachen. Und das nicht wenig! Meine Träume, Schauspielerin, Sängerin, Fremdsprachenkorrespondentin oder Apothekerin zu werden, begrub ich blitzschnell, denn ich wollte nur eins: Meiner Ma helfen! So sprangen meine Jugendliebe und ich ins eiskalte Wasser des Unternehmerdaseins und griffen ihr tatkräftig unter die Arme.

Ab jetzt hieß es klotzen und machen. Und wir machten! Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass ich meinen Träumen nicht lange hinterherweinte, doch ich lernte dieses Leben zu lieben. Das Erdbeerpflücken im Bikini, das Wettpflücken der Bohnen mit meiner Ma, das Gestalten eines neuen Hofladens und: DAS ERZÄHLEN! Ich reifte zu einer selbstbewussten, offenen Geschäftsfrau heran und entdeckte den Marktstand und den Hofladen als meine langersehnte Bühne.

Unser Familienurlaub 2003, während dem meine beiden Söhne und mein Mann unerwartet fast nur Fußball spielten, legte für mich einen neuen Lebensgrundstein. Ich langweilte mich in einem malerischen, italienischen Kleinod fast zu Tode, denn ich hatte mir nicht einmal etwas zu Lesen mitgenommen. Schnell nahm ich mir vor: Im nächsten Urlaub wird alles anders! Doch es kam wirklich alles anders …

Kurz vor dem nächsten Ferienantritt erinnerte ich mich plötzlich an die Idee eines Wochenmarktkunden. Zu oft legte er mir ans Herz, doch einmal ein Buch zu schreiben, da ich so gut erzählen könne. Von da an entschied ich: Schreiben ist lebendiger als Lesen! Seine Motivation war die Initialzündung für meine neue Leidenschaft – die Leidenschaft des Schreibens. Ab diesem Tag veränderte sich mein Leben.

So entstand in unserem Urlaub auf Menorca 2004 mein erstes Manuskript. Eigentlich wollte ich eine Fantasygeschichte schreiben, doch meine Ma überredete mich, mein Herz auszuschütten und mein eigenes Leben zu Papier zu bringen. Ich war Vierzehn, als ich erfuhr, nicht das leibliche Kind meiner Eltern zu sein … 2006 wurde mein Urlaubsmanuskript als „Matschefüße, ein 39-jähriges Adoptivkind erzählt" verlegt. Nach jahrelanger, spannender Wurzelsuche erweiterte ich mein Werk und brachte es 2016 als „Matschefüße Teil 1+2" auf den Markt – in Köln, zwischen Obst und Gemüse, und auf den Buchmarkt.

Nun hatte ich Blut geleckt. Geschmack gefunden am Schreiben – am Erzählen auf Papier. Es kommt meinem alten Kindheitstraum der Schauspielerei so nah. Für mich ist das Schreiben gedrucktes Kino und die Freude, anderen eine Freude zu bereiten.

Jahre vergingen, Erfahrungen sammelten sich: die Freude über unsere naturnahe Arbeit, aber auch die tiefe Traurigkeit, dass es auf dieser Welt noch Hunger und Krieg gibt. All das entfachte in mir den Wunsch, nach Ideen zu suchen, die diese Welt endlich rundum glücklich werden lassen könnten. Mein Lebensmotto „Wo ein Wille, da ein Weg!" ließ mich spüren, dass es eine Möglichkeit geben müsste. So erfand ich eine ziemlich abgedrehte Story: „Die Reise zum Glück der Welt". Träumt wie ich von einer rundum gerechten Welt – einer NewWorld, ohne Hunger und ohne Krieg.

Denn ihr wisst ja: Manchmal werden Träume wahr, wenn wir nur daran glauben.

Vor lauter Erzählen schon fast vergessen: Geboren wurde ich im kalten Februar 1965 und wohne seit meiner achten Lebenswoche auf unserem Hof in der Nähe von Köln.

Manchmal werden Träume wahr, wenn wir nur daran glauben.
— Martina Frason